In Kürze

  • Barrierefreiheit endet nicht bei der Website – Downloads müssen mitgedacht werden.
  • Nicht barrierefreie PDFs schließen Nutzergruppen aus und sind teils rechtlich problematisch.
  • Mit klaren Strukturen, Tags und Alternativtexten werden PDFs zugänglich und professionell.

Warum barrierefreie PDFs wichtig sind

Viele Websites sind inzwischen halbwegs barrierearm – aber bei PDFs ist oft Schluss. Preislisten, Formulare, Broschüren oder Whitepaper werden häufig als Download angeboten. Für Menschen mit Screenreader oder Sehbeeinträchtigung kann ein unstrukturiertes PDF jedoch zur echten Hürde werden.

In einigen Branchen ist Barrierefreiheit sogar verpflichtend. Aber selbst ohne rechtliche Pflicht gilt: Wer barrierefreie Downloads anbietet, zeigt Professionalität und Respekt gegenüber allen Nutzer:innen.

Was ein barrierefreies PDF ausmacht

Ein barrierefreies PDF ist klar strukturiert und maschinenlesbar. Das bedeutet konkret:

  • Überschriften-Tags (H1, H2, H3 usw.)
  • Logische Lesereihenfolge ohne Sprünge
  • Alternativtexte für Bilder, Grafiken und Icons
  • Ausreichende Kontraste für bessere Lesbarkeit
  • Sauber ausgezeichnete Tabellen und Formularfelder
  • Metadaten und Dokumententitel korrekt vergeben

Typische Probleme bei bestehenden PDFs

Viele PDFs sind faktisch nur digitale „Scans“ – also Bilder ohne echten Text. Selbst bei digital erzeugten PDFs treten häufig Probleme auf:

  • Fehlende Tags
  • Falsche oder chaotische Lesereihenfolge
  • Dekorative Grafiken ohne Alternativtext
  • Schwache oder unlesbare Kontraste

So erstellt ihr barrierefreie PDFs in der Praxis

1. Barrierefreiheit bereits im Layout anlegen
Struktur beginnt im Ursprungsprogramm: Absatzformate, echte Überschriften, Listen und Tabellen. Diese Informationen werden später ins PDF übernommen.

2. Export mit richtigen Einstellungen
Beim Export müssen Tags und Lesezeichen aktiviert sein. Das PDF darf nicht als reine Bilddatei erzeugt werden.

3. Nachbearbeitung im PDF-Tool
Professionelle Werkzeuge ermöglichen es, die Barrierefreiheit zu überprüfen und anzupassen:

  • Lesereihenfolge korrigieren
  • Tags ergänzen oder reparieren
  • Alternativtexte hinzufügen
  • Formularfelder korrekt beschriften

Barrierefreie Downloads auf der Website anbieten

Downloads sollten auch in der Website-Umgebung barrierefrei präsentiert werden:

  • Klare Titel wie „Preisübersicht 2025 (PDF, 2 MB)“
  • Hinweise, falls ein Dokument noch nicht barrierefrei ist
  • Wichtige Inhalte zusätzlich als HTML-Version, wo sinnvoll

Fazit: Barrierefreie PDFs sind Teil ernst gemeinter Accessibility

Wer Downloads zugänglich gestaltet, verbessert nicht nur die User Experience, sondern reduziert auch rechtliche Risiken. Barrierefreie PDFs sind ein starkes Signal für Qualität – und helfen allen, die eure Inhalte nutzen wollen.