Die wichtigsten Schwachstellen Ihrer Website finden Sie in etwa 15 Minuten selbst, ganz ohne Fachwissen. Sie brauchen dafür nur einen Browser, Ihr Smartphone und zwei kostenlose Werkzeuge von Google. Die folgenden 12 Punkte zeigen Ihnen jeweils, wie Sie prüfen und woran Sie ein Problem erkennen.

Wenn Sie Ihre Website prüfen, gehen Sie die Liste einmal in Ruhe durch und notieren Sie sich alles, was auffällt. So wissen Sie am Ende, ob Ihre Website gut dasteht, ob einzelne Korrekturen reichen oder ob eine größere Überarbeitung ansteht.

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Die Checkliste im Überblick

Die Tabelle zeigt alle Prüfpunkte mit dem passenden Werkzeug und dem ungefähren Zeitbedarf. Zusammen kommen Sie auf rund eine Viertelstunde.

Nr. Prüfpunkt Werkzeug Zeitbedarf
1 Verschlüsselung (https) Browser 1 Minute
2 Darstellung auf dem Smartphone eigenes Smartphone 1 Minute
3 Ladezeit PageSpeed Insights 2 Minuten
4 Impressum und Datenschutzerklärung Browser 2 Minuten
5 Cookie-Banner und eingebundene Dienste privates Browserfenster 2 Minuten
6 Kontaktformular Testanfrage 1 Minute
7 Auffindbarkeit bei Google Google-Suche 1 Minute
8 Google-Unternehmensprofil Google-Suche und Google Maps 1 Minute
9 Aktualität der Inhalte Browser 1 Minute
10 Defekte Links Browser 1 Minute
11 Updates und Technik Backend der Website 1 Minute
12 Barrierearmut Tastatur und Zoom 1 Minute

12 Punkte, die Sie selbst prüfen können

1. Ist die Verbindung verschlüsselt?

So prüfen Sie es: Rufen Sie Ihre Website auf und achten Sie auf das Schloss oder das Einstellungssymbol links neben der Adresse. Tippen Sie zusätzlich Ihre Adresse bewusst mit http:// statt https:// ein.

Woran Sie ein Problem erkennen: Der Browser meldet „Nicht sicher“, zeigt eine Zertifikatswarnung oder bleibt bei der http-Adresse stehen, statt automatisch auf https umzuleiten. Ohne Verschlüsselung brechen viele Besucher ab, und Formulardaten werden ungeschützt übertragen.

2. Funktioniert die Website auf dem Smartphone?

So prüfen Sie es: Öffnen Sie die Startseite und eine Unterseite auf Ihrem eigenen Smartphone. Öffnen Sie das Menü, scrollen Sie bis ganz nach unten und tippen Sie auf die Telefonnummer.

Woran Sie ein Problem erkennen: Sie müssen zoomen oder seitlich wischen, Texte sind zu klein, Schaltflächen liegen zu dicht beieinander oder die Telefonnummer lässt sich nicht antippen. Da ein Großteil der Besuche mobil stattfindet, wiegt dieser Punkt schwer.

3. Lädt die Website schnell genug?

So prüfen Sie es: Geben Sie Ihre Adresse bei PageSpeed Insights von Google ein (pagespeed.web.dev) und sehen Sie sich zuerst die Auswertung für Mobilgeräte an. Bei ausreichend Besuchern zeigt Google dort auch Messwerte echter Nutzer, die sogenannten Core Web Vitals.

Woran Sie ein Problem erkennen: Die Leistungsbewertung ist rot oder orange. Als gut gelten ein LCP unter 2,5 Sekunden (Zeit, bis der größte Inhalt sichtbar ist), ein INP unter 200 Millisekunden (Reaktion auf Klicks) und ein CLS unter 0,1 (Verschieben von Inhalten beim Laden). Häufige Ursachen sind zu große Bilder, langsames Hosting und viele Erweiterungen.

4. Sind Impressum und Datenschutzerklärung vollständig?

So prüfen Sie es: Prüfen Sie, ob beide Seiten von jeder Unterseite aus mit einem Klick erreichbar sind, meist über den Fußbereich. Lesen Sie das Impressum auf veraltete Angaben durch und gleichen Sie die Datenschutzerklärung mit den Diensten ab, die Ihre Website tatsächlich nutzt.

Woran Sie ein Problem erkennen: Das Impressum verweist noch auf das Telemediengesetz (TMG), das im Mai 2024 durch das Digitale-Dienste-Gesetz (DDG) abgelöst wurde. Ein Link zur EU-Plattform für Online-Streitbeilegung ist noch vorhanden, obwohl diese seit dem 20. Juli 2025 abgeschaltet ist. Die Datenschutzerklärung nennt Dienste, die Sie gar nicht mehr nutzen, oder es fehlen neue Dienste wie ein Kartenmodul oder ein Videoplayer.

5. Arbeiten Cookie-Banner und eingebundene Dienste korrekt?

So prüfen Sie es: Öffnen Sie Ihre Website in einem privaten Browserfenster und klicken Sie zunächst nichts an. Mit der Taste F12 öffnen Sie am Computer die Entwicklerwerkzeuge. Im Reiter „Netzwerk“ sehen Sie, welche Verbindungen die Seite aufbaut. Suchen Sie dort nach Begriffen wie google, facebook oder youtube.

Woran Sie ein Problem erkennen: Statistik, Karten, Videos oder Schriften von Drittanbietern werden schon geladen, bevor Sie zugestimmt haben. Nach § 25 TDDDG ist für das Speichern und Auslesen von Informationen auf dem Gerät grundsätzlich eine Einwilligung nötig, außer es ist für den gewünschten Dienst unbedingt erforderlich. Auch ein Banner, bei dem „Ablehnen“ versteckt ist, sollten Sie anpassen lassen. Oft geht es sogar ganz ohne Banner, etwa mit cookiefreier Statistik über Matomo.

6. Kommt eine Anfrage über das Kontaktformular an?

So prüfen Sie es: Senden Sie eine Testanfrage über Ihr eigenes Formular und kontrollieren Sie Ihr Postfach einschließlich Spam-Ordner. Testen Sie das Formular auch einmal auf dem Smartphone.

Woran Sie ein Problem erkennen: Die Nachricht kommt nicht oder nur im Spam an, es erscheint keine Bestätigung nach dem Absenden oder ein Hinweis auf die Datenschutzerklärung fehlt. Ein stilles Formular ist besonders tückisch, weil Ihnen Anfragen entgehen, ohne dass Sie es bemerken.

7. Findet Google Ihre Website?

So prüfen Sie es: Geben Sie bei Google site:ihre-domain.de ein, natürlich mit Ihrer eigenen Adresse. Suchen Sie danach Ihren Firmennamen zusammen mit Ihrem Ort und zum Schluss Ihre wichtigste Leistung mit Ort.

Woran Sie ein Problem erkennen: Die site-Abfrage zeigt deutlich weniger Seiten, als Ihre Website hat, oder gar keine. Bei der Suche nach dem Firmennamen erscheinen Verzeichnisse vor Ihrer eigenen Website. Die Abfrage ist nur ein grober Anhaltspunkt; genaue Zahlen liefert die kostenlose Google Search Console.

8. Ist das Google-Unternehmensprofil gepflegt?

So prüfen Sie es: Suchen Sie Ihren Firmennamen bei Google und in Google Maps. Am Computer erscheint das Profil meist rechts neben den Suchergebnissen.

Woran Sie ein Problem erkennen: Es gibt kein Profil, die Öffnungszeiten stimmen nicht, der Link zur Website fehlt oder Name, Adresse und Telefonnummer weichen von den Angaben auf Ihrer Website ab. Steht dort der Hinweis, das Unternehmen sei nicht beansprucht, hat noch niemand die Verwaltung übernommen.

9. Sind die Inhalte aktuell?

So prüfen Sie es: Sehen Sie sich das Datum der letzten Neuigkeit, die Teamseite, Preise, Öffnungszeiten und das Jahr im Fußbereich an.

Woran Sie ein Problem erkennen: Die letzte Meldung ist Jahre alt, ehemalige Mitarbeitende sind noch abgebildet oder Leistungen werden angeboten, die es nicht mehr gibt. Veraltete Inhalte kosten Vertrauen, auch wenn der Rest stimmt. Lieber eine Newsrubrik entfernen als sie verwaisen lassen.

10. Führen alle Links ans Ziel?

So prüfen Sie es: Klicken Sie jeden Menüpunkt, die Links im Fußbereich und die wichtigsten Schaltflächen an. Prüfen Sie auch verlinkte Dokumente wie Preislisten oder Flyer.

Woran Sie ein Problem erkennen: Sie landen auf einer Fehlerseite (404), auf einem leeren PDF oder auf der Startseite statt auf der erwarteten Unterseite. Wenn Sie die Search Console nutzen, finden Sie nicht erreichbare Seiten dort im Bericht zur Seitenindexierung.

11. Ist die Technik auf dem aktuellen Stand?

So prüfen Sie es: Melden Sie sich im Backend an. Bei WordPress sehen Sie unter „Dashboard“ und „Aktualisierungen“, ob Updates ausstehen. Unter „Werkzeuge“ und „Website-Zustand“ zeigt WordPress kritische Probleme, etwa eine veraltete PHP-Version.

Woran Sie ein Problem erkennen: Viele Updates stehen seit Wochen aus, Erweiterungen werden vom Hersteller nicht mehr gepflegt oder Sie wissen nicht, wann das letzte Backup erstellt wurde. Veraltete Plugins sind einer der häufigsten Wege, über die Websites gehackt werden.

12. Ist die Website barrierearm bedienbar?

So prüfen Sie es: Legen Sie die Maus beiseite und bewegen Sie sich nur mit der Tabulatortaste durch die Seite. Vergrößern Sie danach die Ansicht im Browser auf 200 Prozent.

Woran Sie ein Problem erkennen: Sie sehen nicht, welches Element gerade ausgewählt ist, das Menü lässt sich ohne Maus nicht öffnen oder Inhalte überlappen beim Vergrößern. Auch heller Text auf hellem Grund ist ein Warnsignal. Für viele Angebote an Verbraucher gilt seit Juni 2025 das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz; wie Sie Ihre Website zugänglich machen, zeigen wir auf unserer Seite zum barrierefreien Webdesign.

Auswertung: Was tun mit den Ergebnissen?

Zählen Sie, bei wie vielen Punkten Sie ein Problem gefunden haben, und gewichten Sie dabei nach Dringlichkeit:

  • Sofort handeln: fehlende Verschlüsselung, ein Formular ohne Zustellung, Dienste ohne Einwilligung und ausstehende Sicherheitsupdates. Hier drohen Datenverlust, Abmahnungen oder verlorene Anfragen.
  • In den nächsten Wochen: Impressum und Datenschutzerklärung aktualisieren, defekte Links reparieren, Unternehmensprofil pflegen und Inhalte auffrischen.
  • Grundsätzlich überdenken: Scheitert die Website an Smartphone, Ladezeit und Barrierearmut zugleich, liegt das meist am technischen Unterbau. Dann ist eine Überarbeitung oder ein Relaunch oft wirtschaftlicher als viele Einzelkorrekturen.

Was eine neue Website in diesem Fall kostet, lesen Sie in unserem Beitrag Was kostet eine Website?. Wie wir eine neue Website aufbauen, zeigen wir auf der Seite zu unserem Webdesign für Unternehmen.

Hinweis: Die Punkte zu Impressum, Datenschutz und Cookies geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich meine Website prüfen?

Einmal im Quartal reicht für die meisten Unternehmen. Updates und Backups sollten dagegen laufend überwacht werden, am besten automatisch im Rahmen eines Wartungsvertrags.

Was ist ein guter Wert bei PageSpeed Insights?

Ab 90 von 100 Punkten zeigt Google den Wert grün an. Wichtiger als die Punktzahl sind aber die Core Web Vitals echter Nutzer. Liegen sie im grünen Bereich, ist die Website schnell genug.

Ersetzt die Checkliste eine professionelle Prüfung?

Sie deckt die häufigsten Probleme ab, nicht aber Sicherheitslücken im Code, Fehler in strukturierten Daten oder eine vollständige Prüfung der Barrierefreiheit. Dafür eignet sich unser kostenloser Website-Check als nächster Schritt.

Was kostet es, gefundene Fehler beheben zu lassen?

Das hängt vom Umfang ab. Kleinere Korrekturen wie ein veralteter Impressumshinweis oder ein defekter Link sind meist schnell erledigt. Wir rechnen solche Arbeiten nach Aufwand mit 90 Euro netto pro Stunde ab.

Carina Schmitt
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Inhaberin
Peter Schmitz
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Wir sind Carina Schmitt und Peter Schmitz von ttz. Wir beraten Unternehmen in Bonn, Koblenz und im Kreis Ahrweiler sowie deutschlandweit, telefonisch oder per Video.

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