Eine professionelle WordPress-Wartung kostet in der Regel zwischen 30 und 150 € netto im Monat. Der Preis hängt davon ab, wie groß die Website ist, wie viele Erweiterungen laufen, ob ein Shop dabei ist und ob das Hosting gleich mit enthalten ist. Ohne Wartung sparen Sie diesen Betrag, nehmen aber in Kauf, dass Sicherheitslücken offen bleiben, die Seite irgendwann ausfällt oder Daten verloren gehen.

In diesem Beitrag erfahren Sie, was zu einer ordentlichen Wartung gehört, welche Kosten bei den verschiedenen Wegen entstehen und woran Sie einen guten Wartungsvertrag erkennen. Außerdem zeigen wir an typischen Fällen aus der Praxis, was passiert, wenn sich niemand um die Technik kümmert.

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Was zur WordPress-Wartung gehört

WordPress selbst ist nur das Grundgerüst. Dazu kommen ein Theme für die Gestaltung und meist zehn bis dreißig Plugins für Formulare, Sicherheit, Suchmaschinenoptimierung oder Mehrsprachigkeit. Jeder dieser Bausteine wird von anderen Entwicklern gepflegt und erhält eigene Updates. Wartung bedeutet, dieses Zusammenspiel dauerhaft stabil und sicher zu halten.

Zu einer vollständigen Wartung gehören diese Aufgaben:

  • Updates für den WordPress-Kern, das Theme und alle Plugins, und zwar zeitnah, sobald Sicherheitsupdates erscheinen.
  • Backups der Dateien und der Datenbank, idealerweise täglich und an einem zweiten Speicherort außerhalb des Webservers.
  • Funktionskontrolle nach jedem Update: Laden die Seiten, funktionieren Formulare, Menüs und Buchungsfunktionen?
  • Sicherheitsüberwachung mit Prüfung auf Schadcode, auffällige Anmeldeversuche und veränderte Dateien.
  • Verfügbarkeitsüberwachung, damit ein Ausfall auffällt, bevor Kunden anrufen.
  • Technische Pflege wie das Aufräumen der Datenbank, das Entfernen ungenutzter Plugins und die Anpassung an neue PHP-Versionen beim Hoster.
  • Erreichbarkeit im Ernstfall: Jemand, der sich kümmert, wenn trotz allem etwas schiefgeht.

Nicht zur Wartung gehören in der Regel neue Inhalte, Textänderungen oder neue Funktionen. Das wird meist gesondert nach Aufwand abgerechnet oder über ein kleines Stundenkontingent abgedeckt.

Was ohne Wartung passiert

Die meisten Probleme entstehen nicht durch WordPress selbst, sondern durch Erweiterungen. Der Sicherheitsanbieter Patchstack hat für das Jahr 2025 über 11.000 neu gemeldete Schwachstellen im WordPress-Umfeld gezählt. Rund 91 % davon betrafen Plugins, etwa 9 % Themes und nur eine Handvoll den WordPress-Kern. Bei fast der Hälfte gab es zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch kein Update des Herstellers. Das zeigt zweierlei: Updates allein reichen nicht immer, und ohne Updates bleibt jede bekannte Lücke dauerhaft offen.

Aus der Praxis kennen wir vor allem diese Fälle:

Gehackte Seiten über veraltete Plugins und Themes

Ein gängiges Muster: Ein Theme oder Plugin wurde seit Jahren nicht aktualisiert, für die Version ist eine Lücke öffentlich bekannt, und automatisierte Angriffe suchen gezielt nach genau dieser Version. Die Angreifer laden Schadcode hoch, legen versteckte Administratorkonten an oder verändern Systemdateien. Liegen mehrere Websites im selben Hosting-Paket, greift der Befall oft auf alle über. Die Bereinigung bedeutet dann, jede einzelne Installation zu prüfen und Kerndateien auszutauschen.

Spam-Weiterleitungen

Besonders tückisch sind Weiterleitungen, die nur bestimmte Besucher betreffen. Wer die Adresse direkt eingibt, sieht die normale Seite. Wer über Google kommt oder mit dem Smartphone surft, landet auf einer fremden Seite mit Glücksspiel, Arzneimitteln oder gefälschten Gewinnspielen. Der Betreiber bemerkt davon oft wochenlang nichts, weil er die eigene Seite immer über ein Lesezeichen aufruft.

Warnungen bei Google und im Browser

Erkennt Google Schadcode oder Spam, kann in den Suchergebnissen der Hinweis erscheinen, dass die Website möglicherweise gehackt wurde. Chrome und andere Browser zeigen bei gefährlichen Seiten eine rote Warnseite, bevor der Inhalt überhaupt lädt. Für ein Unternehmen ist das ein erheblicher Vertrauensverlust. Nach der Bereinigung muss über die Google Search Console eine Überprüfung beantragt werden, bis die Warnung verschwindet.

Datenverlust ohne Backup

Ein fehlgeschlagenes Update, ein Fehler beim Hoster oder ein Angriff, der Dateien löscht: Wer dann kein aktuelles Backup an einem zweiten Ort hat, muss die Website im schlimmsten Fall neu aufbauen. Backups, die nur auf demselben Server liegen, helfen bei einem Serverproblem oder einem kompromittierten Konto nicht weiter.

Plötzlicher Ausfall nach Server-Umstellung

Hoster stellen ältere PHP-Versionen regelmäßig ab. Eine lange nicht gepflegte Website verträgt die neue Version oft nicht und zeigt dann nur noch eine Fehlermeldung. Was bei regelmäßiger Pflege eine Routineaufgabe gewesen wäre, wird zum Notfall unter Zeitdruck.

Was WordPress-Wartung kostet: drei Wege im Vergleich

Grundsätzlich haben Sie drei Möglichkeiten: Sie warten selbst, Sie schließen einen Wartungsvertrag ab, oder die Wartung ist Teil eines Website-Abos. Die folgende Übersicht zeigt die Unterschiede.

Variante Kosten pro Monat Ihr Aufwand Geeignet für
Selbst warten 0 € plus eigene Arbeitszeit, ggf. Lizenzen für Backup- oder Sicherheits-Plugins Etwa 1 bis 2 Stunden im Monat, mehr im Notfall Technisch versierte Betreiber kleiner Seiten mit wenigen Plugins
Wartungsvertrag mit Agentur oder Dienstleister Etwa 30 bis 150 € netto, Shops eher am oberen Ende Gering, nur Rückmeldungen bei Rückfragen Unternehmen, deren Website Anfragen oder Umsatz bringt
Wartung im Website-Abo Im monatlichen Abopreis enthalten Gering, ein Ansprechpartner für alles Betriebe, die Erstellung, Hosting und Pflege aus einer Hand möchten

Wovon der Preis abhängt

  • Anzahl und Art der Plugins sowie individuelle Programmierungen
  • Shop- oder Buchungsfunktionen, die nach Updates gründlicher getestet werden müssen
  • Häufigkeit und Aufbewahrungsdauer der Backups
  • Zugesagte Reaktionszeit im Notfall
  • Ob Hosting, Domain und SSL-Zertifikat im Preis enthalten sind
  • Ob ein Stundenkontingent für kleine Änderungen dabei ist

So rechnet ttz die Wartung ab

Bei ttz gibt es zwei Wege. Im Website-Abo sind Hosting in Deutschland, Wartung, SSL, .de-Domain, Updates, tägliche Backups und Sicherheitsüberwachung bereits im Monatspreis enthalten. Beim Direktkauf schließen Sie eine Betreuung ab, die sich bei einer Website mit mehreren Seiten aus Hosting für 30 € und Wartung für 30 € netto im Monat zusammensetzt. Sie läuft zunächst 12 Monate und verlängert sich danach jährlich. Was das für Ihr konkretes Vorhaben bedeutet, zeigt unser Preisrechner nach vier kurzen Schritten.

Wartung oder Notfall: eine einfache Rechnung

Die Bereinigung einer gehackten Website dauert selten nur eine Stunde. Schadcode finden, Dateien austauschen, Zugänge erneuern, Google um Überprüfung bitten und die Ursache schließen kostet bei einem Stundensatz von 90 € netto schnell mehrere Hundert Euro. Hinzu kommen verlorene Anfragen in der Zeit, in der die Seite gesperrt oder gewarnt ist. Ein Jahr Wartung kostet oft weniger als ein einziger solcher Einsatz.

Selbst warten: Was Sie dafür regelmäßig tun müssen

Selbst warten ist möglich, wenn Sie es konsequent tun. Seit einigen Jahren kann WordPress kleinere Kern-Updates und auf Wunsch auch Plugins automatisch aktualisieren. Das nimmt Arbeit ab, ersetzt aber keine Kontrolle. Wer selbst wartet, sollte mindestens:

  1. vor jedem größeren Update ein vollständiges Backup erstellen und dieses extern speichern,
  2. Updates einmal pro Woche einspielen und Sicherheitsupdates sofort,
  3. danach die wichtigsten Seiten und alle Formulare testen,
  4. ungenutzte Plugins und Themes löschen statt nur deaktivieren,
  5. Benutzerkonten prüfen und Zwei-Faktor-Anmeldung für Administratoren nutzen,
  6. gelegentlich prüfen, ob ein Backup sich tatsächlich wiederherstellen lässt.

Einen schnellen Überblick über den Zustand Ihrer Seite gibt auch unsere Checkliste zum Website-Check.

Checkliste: Daran erkennen Sie einen guten Wartungsvertrag

  • Die Leistungen sind konkret beschrieben: Was wird wie oft aktualisiert, gesichert und geprüft?
  • Backups werden außerhalb des Webservers gespeichert, und die Aufbewahrungsdauer ist genannt.
  • Nach Updates wird die Funktion der Seite kontrolliert, nicht nur blind aktualisiert.
  • Es ist geregelt, was im Notfall passiert, wie schnell reagiert wird und was eine Bereinigung kostet.
  • Sie erhalten auf Wunsch einen Bericht über durchgeführte Arbeiten.
  • Die Laufzeit ist überschaubar, und die Kündigungsfrist ist klar.
  • Domain, Inhalte und Zugangsdaten bleiben in Ihrer Verfügung, auch nach einer Kündigung.
  • Bei Hosting durch den Dienstleister gibt es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung und einen Serverstandort, den Sie kennen.

Häufige Fragen

Wie oft sollte eine WordPress-Website gewartet werden?

Updates sollten mindestens wöchentlich geprüft und Sicherheitsupdates sofort eingespielt werden. Backups laufen am besten täglich automatisch. Eine gründliche technische Durchsicht einmal im Quartal ist sinnvoll.

Reichen automatische Updates nicht aus?

Sie sind eine gute Ergänzung, aber ohne Kontrolle riskant. Ein Update kann mit einem anderen Plugin kollidieren und die Seite lahmlegen, ohne dass es jemand bemerkt. Zudem schützen Updates nicht vor Lücken, für die es noch keine Korrektur gibt.

Ist das Hosting in den Wartungskosten enthalten?

Das ist je nach Anbieter verschieden. Manche Wartungsverträge decken nur die Pflege ab, das Hosting zahlen Sie separat. Achten Sie beim Vergleich darauf, welche Posten tatsächlich enthalten sind.

Was passiert, wenn trotz Wartung etwas schiefgeht?

Ganz ausschließen lässt sich ein Problem nie. Mit aktuellen Backups und einem Ansprechpartner, der die Seite kennt, ist sie aber meist schnell wiederhergestellt. Genau dafür ist die Wartung da.

Carina Schmitt
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